Die Bernsteinhexe von Koserow

Nicht nur eine sagenhafte Insel hat Koserow zu verzeichnen, hier trieb auch die Bernsteinhexe ihr Unwesen. Das heißt, eigentlich tat sie Gutes und linderte mit dem kostbaren Küstengold die Not hungernder Menschen.

insel-fotograf.eu ©
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Wer Bernstein fand, hatte diesen zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges an den Herrscher abzuliefern. Die Pfarrerstocher Maria aber verkaufte den im Streckelsberg gefundenen Bernstein heimlich an Kaufleute von weit her. Sie steckte nun in der Zwickmühle: Hätte sie verraten, woher das Geld stammt, hätte sie eine hohe Strafe erwartet. Da sie aber nichts verriet, konnte sich niemand erklären, wie sie zu dem Geld kam, mit dem sie für die Armen Brot kaufte. Daher wurde sie der Hexerei bezichtigt. Die Geschichte nahm ein gutes Ende, denn der Legende nach war in letzter Sekunde ein Prinz zur Stelle, der die 15-Jährige rettete und obendrein noch zur Frau nahm. Der Bernstein aber, heute noch begehrt als Schmuck- und Heilstein, rettete die Menschen vor dem Hungertod.

Der Streckelsberg ist heute ein gern besuchter Aussichtspunkt mit besonderem Reiz. Von seinen 58 Metern Höhe können Sie bis zur etwa 20 Kilometer entfernten Insel Oie sehen, die besonders abends durch die Blinklichter ihres Leuchtturmes auf sich aufmerksam macht.

Bei guter Sicht können Sie die Hügellandschaft von Mönchgut im Südosten der Insel Rügen erkennen, ja sogar manchmal die Kreidefelsen der Stubbenkammer. Der Streckelsberg ist der höchste Punkt der Steilküste in Koserow und damit das wichtigste Highlight des Steilküstenweges. Dieser führt Sie einmal um den Ort Koserow und verspricht tolle Aussichten von der Steilküste über die glitzernde Ostsee sowie auf das tiefblaue Achterwasser.

Sie sollten Ihre Augen aber nicht nur in die Weite schweifen lassen. Beim Blick nach unten sind im Naturschutzgebiet Streckelsberg kleine Schätze zu entdecken. Blaue Teppiche voller Leberblümchen und Anemonen im Frühjahr, Orchideen und Waldhyazinthen im Sommer. Sie stehen geschützt unter 180-jährigen Rotbuchen und Waldkiefern. Im Herbst haben die Pilze ihren großen Auftritt, vor allem die begehrten Steinpilze.

Am Seebrückenvorplatz herrscht Touristenandrang, denn in den Koserower Salzhütten schmeckt der Räucherfisch am besten. Die Salzhütten ließ die königliche Regierung um 1820 errichten, im Zuge mehrerer Maßnahmen zur Förderung der Strandfischerei an der Usedomer Küste. Sie dienten anfangs als Verschlusslager für steuerfreies, vom Staat geliefertes Steinsalz. Während der Heringsfangzeit wurde hier der Hering gesalzen und verpackt. Heute werden die Hütten zum Teil noch von den ansässigen Fischern genutzt. Hier können Sie sich stärken, bevor Sie zum Bahnhof zurück gehen.

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Koserow

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