Logistikkonzept für Güterverkehr im Bayerischen Chemiedreieck

Das Chemiedreieck im Südosten Bayerns entwickelt sich zu einem der wichtigsten Technologiestandorte im Freistaat. Bis 2015 rechnet die Bahn mit der Verdoppelung des Transportvolumens auf knapp sechs Millionen Tonnen jährlich.

Erdölprodukte, Reinstsilicium, Kunststoffe und Organika, Spezialchemikalien und metallurgische Produkte sind nur ein Teil der Produktpalette der Unternehmen der Region. Neuerdings kommt noch ein Biogas-Energiepark hinzu.

Das schnelle Wachstum stellt die Logistik vor enorme Herausforderungen. Deshalb hat DB Logistics einen "Masterplan Schiene Chemiedreieck Bayern" entwickelt. Der Plan beschreibt konkrete Wege, um die steigende Transportnachfrage in der Region zu bewältigen. Dr. Norbert Bensel, Vorstandsvorsitzender DB Logistics, und Dr. Otto Wiesheu, Vorstand Politik und Wirtschaft der Bahn, stellten das Logistikkonzept Anfang Mai in Burghausen vor. "Kernstück des Konzepts sind der Ausbau der Infrastruktur sowie Verbesserungen der Rangierkonzepte", erklärte Bensel. "Nur die Güterbahn ist in der Lage, die Transportmengen sicher und umweltschonend aufzunehmen."

Das Bayerische Chemiedreieck

Das Bayerische Chemiedreieck erstreckt sich zwischen Aschau und Waldkraiburg im Nordwesten, Trostberg, Schalchen und Hart im Süden und Burgkirchen/Gendorf, Burghausen sowie Töging im Osten. Zentraler Knotenpunkt der Schieneninfrastruktur ist der Bahnhof Mühldorf. Von dort werden München und Landshut erreicht. Diese Strecken nehmen den Großteil des Verkehrs auf und gewährleisten die Anbindung des Chemiedreiecks an die wichtigsten innerdeutschen und internationalen Relationen und Seehäfen.

Vorteil der Bahn

Für den Einsatz der Bahn sprechen im Vergleich zum Lkw mehrere Vorteile: Nur die Güterbahn ist in der Lage, die zu erwartenden Transportmengen umweltschonend und vor allem sicher aufzunehmen. So verbraucht sie zwei Drittel weniger Energie und verursacht drei Viertel weniger Kohlendioxidausstoß. Anders als der Lkw ist die Bahn in der Lage, die erwarteten Mehrmengen mit einer unterproportional wachsenden Zahl von Fahrten aufzunehmen. Dies trägt maßgeblich zu einer Verkehrsentlastung der Ortskerne bei. Als spurgeführtes System mit zentraler Betriebssteuerung und -überwachung transportiert die Bahn so sicher wie kein anderer Verkehrsträger alle Gefahrgüter wie Mineralölprodukte, Chemikalien oder giftige Abfälle.

Blick in die Zukunft

Der Anstieg des Schienengüterverkehrs in der Region soll kurzfristig durch ausgeklügelte Betriebspläne aufgefangen werden. Das heißt konkret: Weniger Zugbewegungen und Lokleerfahrten, neue Rangierkonzepte und der Einsatz leistungsstärkerer Loks. Aktive Lärmschutzmaßnahmen wie die so genannte Flüsterbremse an Güterwagen ergänzen den Maßnahmenkatalog.

"Parallel zum Masterplan wird jedoch die Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen von Bedeutung sein, da der Verkehrszuwachs auf der Schiene eine Anpassung der Streckenkapazitäten erfordert", so Dr. Otto Wiesheu. "Der jüngst erfolgte symbolische Spatenstich bei Mühldorf steht am Anfang einer Reihe von Verbesserungen." Daneben plant die Südostbayernbahn auf den Strecken Mühldorf-Landshut, Mühldorf-Tüßling-Burghausen und Tüßling-Garching die Modernisierung der Signaltechnik durch den Bau von elektronischen Stellwerken (ESTW).