BR-Radltour 2017: BEG und Südostbayernbahn bringen gemeinsam Sonderzüge auf die Schiene

Ab dem 29. Juli 2017 war es wieder soweit: Mehr als 1.000 Radlfahrerinnen und Radlfahrer waren mit der BR-Radltour unterwegs. Bis zum 4. August führte die 450 Kilometer lange Route quer durch Bayern - in diesem Jahr von Gunzenhausen im Fränkischen Seenland bis nach Sonthofen in den Allgäuer Alpen.

Damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer samt Fahrrädern und Gepäck unbeschwert zum Startort an- und am 5. August vom Zielort abreisen konnten, setzte die Südostbayernbahn (SOB) Sonderzüge mit mehreren Personen- und Güterwagen ein. Bestellt und finanziert wurden die Sonderzüge von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des Freistaats den Regional- und S-Bahnverkehr in Bayern plant, finanziert und kontrolliert. Rund 75 Prozent der Gesamtkosten für die Sonderzüge übernimmt die BEG, die restlichen 25 Prozent tragen die Radlfahrer mit günstigen Pauschalpreistickets für die Hin- und Rückreise.

"Der Regionalverkehr in Bayern hat in den letzten 20 Jahren eine wahre Renaissance erlebt. Die Nachfrage ist um 73 Prozent gestiegen", sagt Johann Niggl, Sprecher der Geschäftsführung der BEG. "Der Schienenpersonennahverkehr wird heute als zuverlässige, umweltfreundliche und bequeme Alternative zum Individualverkehr verstanden. Und wir möchten noch mehr Fahrgäste für das Bahnland Bayern begeistern und für unser attraktives Angebot auf der Schiene gewinnen. Die BR-Radltour ist dafür eine wunderbare Gelegenheit“, so Niggl. Die BEG ist bereits seit 20 Jahren Partner der Tour, unterstützt das Projekt finanziell und bringt die Sonderzüge auf die Schiene - 2017 bereits zum fünften Mal zusammen mit der SOB. „Wir freuen uns, dass uns die BEG erneut das Vertrauen schenkt und wir uns damit auch dieses Jahr wieder als leistungsfähiger Mobilitätspartner beweisen dürfen, der Radler und Räder transportiert“, sagt Christoph Kraller, Geschäftsleiter und Sprecher der SOB.

Herausfordernde Logistik

Bevor die Radlfahrerinnen und Radlfahrer ganz bequem in den Sonderzug einsteigen konnten, war allerdings jede Menge an Organisation und Vorarbeit zu leisten. Jeweils drei Sonderzüge für die Hin- und Rückfahrt wurden bei der diesjährigen Radltour eingesetzt. Jeder Sonderzug bestand aus mehreren Doppelstockwagen für die Fahrgäste sowie Güterwagen für die Fahrräder und das Gepäck.

Sonderzugfahrten als Zwischenlagen im Bayern-Takt

Die Sonderzugfahrten in den engmaschigen Regel-Fahrplan der bayerischen Regionalzüge zu integrieren, ist dem Zusammensetzen eines kleinteiligen Puzzles vergleichbar und mit einem hohen logistischen Aufwand verbunden. Der Hintergrund: Der sogenannte Bayern-Takt, ein Stundentakt für fast ganz Bayern, den die BEG bereits 1996 eingeführt hat. Er steht den Fahrgästen täglich von frühmorgens bis spätabends zur Verfügung. Und die Verbindungen sind minutengenau so miteinander verknüpft, dass an 60 Knotenbahnhöfen schnelle Umsteigemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Der Fahrplan für die Radltour-Sonderzüge muss die Regelzüge auf den jeweils zu befahrenden Strecken berücksichtigen. Sie müssen deshalb in sogenannten Zwischenlagen verkehren, so dass Regelzüge ihre planmäßigen Zeiten einhalten können. Dass Doppelstockwagen zudem nicht auf allen Strecken fahren dürfen, ist eine zusätzliche Herausforderung. Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, erfolgt eine enge Abstimmung zwischen der SOB und der DB Netz AG, die bundesweit für die Schieneninfrastruktur verantwortlich ist.

Bereits seit Monaten kümmert sich ein mehrköpfiges Team bei der SOB um die aufwändige und komplexe Planung des Projekts. Und sobald die Radltour startet, ist zusätzlicher Personaleinsatz auf der Schiene nötig: Sechs Lokführer, drei Zugbegleiter und drei Wagenmeister werden auf der Hinfahrt für die Sonderzüge eingesetzt. Für die Rückfahrt kommen vier weitere Lokführer dazu sowie acht Helfer für das Verladen von Rädern und Gepäck. Alle zusammen arbeiten daran, dass der Sondereinsatz reibungslos verläuft, wenn es wieder heißt: Auf dem Radl unterwegs im Bahnland Bayern.

 
Presseinformation der Bayerischen Eisenbahngesellschaft