Gut behütet durch Guben und Gubin

"Gubener Tuche, Gubener Hüte - weltbekannt für ihre Güte", so hieß es vor gut einhundert Jahren. Damals war die Neiße noch nicht Grenzfluss zwischen dem deutschen Guben und dem polnischen Gubin. Aber Guben musste sich mehrmals neu erfinden. Ein Besuch beider Stadthälften bietet erstaunliche Einblicke. Steigen Sie in die RB 11 und schauen Sie nach!

Marketing und Tourismus Guben ©
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Wie kommt es eigentlich, dass Herrenhüte einst eine ganze Industrie begründen konnten? Die Antwort findet man auf alten Fotografien, die größere Menschenansammlungen zeigen. Selbst mit der Lupe findet man dort keinen einzigen Mann ohne Hut. Im kaiserlichen Deutschland ging ein Mann niemals ohne Kopfbedeckung aus dem Haus. Und wenn man weiß, dass der witterungsbeständige Wollfilzhut in Guben erfunden und dann in einem geheimen Verfahren millionenfach hergestellt wurde, kann man erahnen, warum sich Guben heute noch „Hutstadt“ nennt.

Auf dem Weg vom Bahnhof in das heutige Zentrum von Guben sind die Narben des Krieges unübersehbar. Dennoch ist es bemerkenswert, wie viele Gebäude auf der Denkmalliste der Stadt stehen. Am Friedrich-Wilke- Platz schlägt das Herz des neuen Guben. Der Namensgeber war Sohn des Gründers und Besitzer der Hutfabrik an diesem Ort sowie Stifter der Kirche des Guten Hirten. Die entstand übrigens nach Entwürfen des Architekten Alfred Grenander, der auch Berliner U-Bahnhöfe gestaltete. In der sanierten ehemaligen Hutfabrik C. G. Wilke befinden sich heute das Rathaus und das Stadt- und Industriemuseum, in dem auch von Filzhüten aus Hasenhaar berichtet wird.

Durch die Frankfurter Straße geht es weiter bis zur Neißebrücke. Auf polnischer Seite, in Gubin, liegt die historische Altstadt. Allerdings hat der Krieg nur Reste von ihr übrig gelassen. So das restaurierte Alte Rathaus mit dem Ratskeller direkt neben der Ruine der Stadtkirche.

Zurück im Westteil der Stadt spazieren Sie über die Alte Poststraße wieder in Richtung Bahnhof. Kurz davor sehen Sie das große Gebäude einer früheren Tuchfabrik. Dort hat sich eine Institution einquartiert, an der sich die Gemüter scheiden: das Plastinarium mit seiner Ausstellung „Körperwelten“. Wie wäre es, wenn Sie Guben mit einer neuen Kopfbedeckung verlassen? In der Cottbuser Straße 1 nahe dem Bahnhof finden Sie die letzte Hutmanufaktur Gubens. Mit Liebe und Herzblut entstehen hier in Handarbeit schöne Kopfbedeckungen für jedermann – und Hüte sind ja wieder im Kommen.

Anreise

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Kontakt

Tourist-Information
Frankfurter Str. 21
Guben
Tel. 03561/3867