Tarifverhandlungen bei den Bahn-Busgesellschaften

Erste Abschlüsse liegen bereits vor - DB-Busfahrer in Bayern verdienen gegenüber dem Flächentarifvertrag des LBO bis zu 14 Prozent mehr

(München, 16. Juli 2015)
In den laufenden Tarifverhandlungen zwischen den Busgesellschaften der Deutschen Bahn (DB) in Bayern und der Eisenbahn-und Verkehrsgewerkschaft (EVG) konnten erste Abschlüsse erzielt werden. Nach monatelangen Verhandlungen gab es im April eine Einigung für die DB-Tochter-unternehmen OVF (Omnibusverkehr Franken), RBO (Regionalbus Ostbayern) sowie VU (Verkehrsgesellschaft Untermain). Die Einigung für OVF und RBO sieht im Wesentlichen vor:

  • Monatliche Einmalzahlungen in Höhe von 70 Euro für den Zeitraum vom 1. April 2014 bis zum 30. Juni 2016
  • 4 Prozent Entgelterhöhung ab dem 1. Juli 2016

Für die VU wurde ein vergleichbares Ergebnis erzielt. Mit den Tochtergesellschaften RVO (Regionalverkehr Oberbayern) und RVA (Regionalverkehr Allgäu) konnte trotz intensiver Verhandlungen bislang noch keine Einigung erzielt werden. Beiden Gesellschaften wurde ein vergleichbares Angebot unterbreitet.

Details zum Angebot für die RVO/RVA

Die Gewerkschaft EVG fordert über die vorgenannten Entgeltverbesserungen hinaus, die Unterschiede der Mitarbeiter, die bis zum 31. Dezember 2005 eingestellt wurden, und den später vom Unternehmen eingestellten Mitarbeitern anzugleichen. Darauf ist die Arbeitgeberseite so weit wie möglich eingegangen. Für die nach dem 31. Dezember 2005 eingestellten Mitarbeiter soll es unter anderem Verbesserungen bei Leistungen zur betrieblichen Altersvorsorge, den vermögenswirksamen Leistungen, beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld und beim Urlaubsanspruch geben.

Das nochmalig verbesserte Arbeitgeberangebot hat die EVG beim letzten Verhandlungstermin am 16. Juni abgelehnt. Uneinigkeit herrscht vor allem bei der Gesamtforderung der Gewerkschaft über Verbesserungen beim Entgelt und weiteren tariflichen Komponenten, die in Summe über 10 Prozent liegt.

Wettbewerbssituation:

Nicht zuletzt aufgrund neuer EU-Vorschriften werden immer mehr Busleistungen im Wettbewerb ausgeschrieben. Allein in Bayern werden für das Jahr 2015 über 50 Ausschreibungen erwartet. Die DB-Busgesellschaften konkurrieren dabei in erster Linie mit Busunternehmen, die im Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen (LBO) zusammengeschlossen sind. Für diese Unternehmen gilt ein Flächentarifvertrag, der mit der Dienstleistungs-gewerkschaft ver.di abgeschlossen wurde.

Die DB hat im direkten Branchenvergleich deutlich bessere Entgeltbedingungen. DB-Busfahrer verdienen zwischen 4 und 14 Prozent mehr als bei den LBO-Busunternehmen. Folglich liegen die Personalkosten bei der DB weitaus höher als bei den Wettbewerbern. Der Spielraum bei Ausschreibungen ist dadurch sehr begrenzt.